Temporäres Klangmuseum
Nächte der verlorenen Musik

Zusammen mit der Schallplatte ist auch ein Teil der Geschichte unserer Populärkultur dabei zu verschwinden. Alles, was aus der ungeheueren Vielfalt der Schallplattenproduktion unseres Jahrhunderts übrig zu bleiben droht, sind die ewig auf's neue reproduzierten sicheren Verkaufserfolge. Die eher, im doppelten Sinn des Wortes, merkwürdigen Beispiele finden nur noch An-Klang bei speziellen Sammlern, sofern nicht eine kurzfristige Mode bestimmte Musikformen vorübergehend repopularisiert.
Die Nächte der Verlorenen Musik stellen einige dieser akustische Momentaufnahmen unserer jüngeren Vergangenheit und wenig beachteten Formen der Musik- und Schallplattenkultur vor.
Dabei geht es durchaus nicht um eine neue gepflegte Form der Nostalgie.
Das Temporäre Klangmuseum widmet seine Aufmerksamkeit ebenso musikalischen Gegenwartsäußerungen, die sich nicht stromlinienförmig der Industrienorm unterwerfen, wie auch wenig bekannten populären und ethnischen Musiken anderer Breitengrade, ohne stilistische Scheuklappen.
Der Zuhörer wird eingeladen, an einem Hörkino teilzunehmen, sich den verschiedenen klanglichen Aspekten eines Themas hinzugeben, Unbekanntes zu erleben, Bekanntes vielleicht neu zu sehen, unerwarteten Zusammenhängen zu begegnen, und sich auf eine Klangreise zu begeben.

Die Nächte der verlorenen Musik in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus beschränken sich nicht nur auf die akustische Wiedergabe von Klängen.
Die visuelle Gestaltung des Raumes mit Hilfe von Projektionen und Filmen (unter eventueller Einbeziehung des Filmtons) ist ein wesentliches Element der Veranstaltung und unterstützt die Bereitschaft des Publikums, manchmal eher ungewöhnlichen Klängen zu begegnen.
Zusätzlich zeigt ein Schaukasten begleitende Texte. Ergänzt werden die Veranstaltungen durch wechselnde Klanginstallationen, und eine Kopfhörerstation.